Neue Treppe, mehr Räume und Platz:

Umfangreiche Sanierung und Erweiterung der Waldschule Alfter  

21. Juni 2018

 

Rhein-Sieg-Kreis (hei) – Mehr Schülerinnen und Schüler – mehr Platz! Die wachsende Schülerzahl und das Alter des Gebäudes der Waldschule in Alfter-Witterschlick, Förderschule des Rhein-Sieg-Kreises mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung, machen es notwendig: die Sanierung und Erweiterung der Waldschule. Das entschied gestern (20. Juni 2018) der Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises.
 

1966 erbaut, seit den 1980er Jahren als Förderschule genutzt, platzt die Waldschule aus allen Nähten. Mittlerweile werden die 105 Kinder und Jugendlichen nicht nur in Witterschlick, sondern auch an zwei weiteren Teilstandorten unterrichtet und gefördert. Neben dem Hauptstandort werden außerdem Räume im Gebäude der ehemaligen Hauptschule in Alfter-Oedekoven und in Rheinbach, in der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule, genutzt. 


"Für das Schuljahr 2018/2019 prognostiziert die Schulleitung 120 Schülerinnen und Schüler", führt Hans Clasen, Leiter des Amtes für Schule und Bildungskoordinierung des Rhein-Sieg-Kreises, aus. "Schon jetzt muss der Schulleiter einen enormen organisatorischen Aufwand betreiben, um die Schulräume möglichst effektiv nutzen zu können", erklärt Hans Clasen.  


Um das Gebäude wieder topfit zu machen ist ein ganzes Bündel an Maßnahmen anvisiert: der Brandschutz muss entsprechend der aktuellen gesetzlichen Vorgaben gewährleistet sein. Hierzu gehören eine neue, zusätzliche Treppe, neue Türen und die Sanierung der elektrischen Leitungen. An einem Gebäudeteil sollen drei Räume angebaut werden: ein Differenzierungsraum, ein Klassenraum und ein Raum für die Fördernde Offene Ganztagsschule (FOGS). Des Weiteren soll das Foyer der Schule größer werden; hier tagt das "Schulparlament" und die Kinder, die die Übermittag-Betreuung nutzen, erhalten hier ihr Mittagessen. Last but not least – die Verwaltung zieht komplett ins Erdgeschoss, so dass sie in Zukunft barrierefrei zu erreichen ist.


"Für das gesamte Paket sind rund acht Millionen Euro veranschlagt. 90 Prozent der förderfähigen Kosten können wir aus Mitteln des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes 2 des Bundes bezahlen, der Rest muss vom Rhein-Sieg-Kreis finanziert werden", beziffert Tim Hahlen, Leiter des Amtes für Beteiligungen, Gebäudewirtschaft, Kreisstraßenbau des Rhein-Sieg-Kreises, die voraussichtlichen Kosten des umfangreichen Sanierungs- und Erweiterungsprojekts.

 

Bevor aber tatsächlich mit den Bauarbeiten begonnen werden kann, sind noch zahlreiche Vorarbeiten, vom Stellen eines Bauantrags bis zur Ausführungsplanung und Ausschreibung der benötigten Gewerke, erforderlich. Vor allem muss geklärt werden, wo die Schülerinnen und Schüler während der Zeit der Baumaßnahmen unterrichtet und gefördert werden können. Mit Baubeginn ist frühestens im Sommer 2019 zu rechnen.    

 

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Wohnen im Rhein-Sieg-Kreis so attraktiv wie nie - aktueller Grundstücksmarktbericht veröffentlicht

18. April 2018

 

Rhein-Sieg-Kreis (ar) – Das Investitionsvolumen hat im Rhein-Sieg-Kreis in 2017 - nach 2016 - einen weiteren Höchststand erreicht: Rund 6.500 Immobilien im Wert von insgesamt 1,38 Milliarden Euro sind verkauft worden. Das geht aus dem Grundstücksmarktbericht hervor, den der Gutachterausschuss für Grundstücks­werte im Rhein-Sieg-Kreis und in der Stadt Troisdorf nun vorgelegt hat.

 

Was finde ich eigentlich im Grundstücksmarktbericht? Hier kann ich zum Beispiel erfahren, dass ich in Windeck am Günstigsten im Rhein-Sieg-Kreis Eigentümerin bzw. Eigentümer von Grund und Boden werden kann. In Bad Honnef, Siegburg, Sankt Augustin und Niederkassel sowie Alfter und Bornheim muss ich hingegen tiefer "in die Tasche greifen", denn dort werden die höchsten Preise erzielt.

 

Der mittlere Kaufpreis für ein freistehendes Einfamilien­wohnhaus beträgt zum Beispiel rund 290.000 Euro mit einer mittleren Spanne von 140.000 Euro in den ländlichen und rund 400.000 Euro in den städtischen Bereichen. Eine Eigentumswohnung neueren Datums (ab Baujahr 2010) mit einer Größe von 70 bis 90 m² ist beispielsweise im Rhein-Sieg-Kreis durchschnittlich für 2.850 Euro/m² Wohnfläche zu haben, maximal werden in diesem Marktsegment rund 5.300 Euro/m² Wohnfläche in Siegburg gezahlt. 

 

Diese und viele interessante Informationen mehr rund um die Grundstückswerte im Rhein-Sieg-Kreis enthält der aktuelle Grundstücksmarktbericht 2018. Dort sind auch die jährlich neu ermittelten Bodenrichtwertübersichten für alle 19 kreisangehörigen Städte und Gemeinden zu finden, diesmal zum Stichtag 1. Januar 2018.

 

"Wohnen im Rhein-Sieg-Kreis ist begehrt: Die Nähe zu den Ballungsräumen und das vielfältige und attraktive Landschaftsumfeld machen den Rhein-Sieg-Kreis interessant, gerade wenn dann auch noch die Preise in den umliegenden Großstädten steigen", so Christoph Schwarz, Dezernent für Katasterwesen und Geoinformation. Der nun vorliegende Bericht bestätigt dies. "Auch im letzten Jahr konnten gegenüber den Vorjahren deutliche Preissteigerungen festgestellt werden. Insbesondere die Bodenpreise stiegen in einigen Bereichen des Rhein-Sieg-Kreises teilweise um 10%. Dies kann einerseits mit der niedrigen Zinspolitik, aber natürlich auch mit der Attraktivität des Rhein-Sieg-Kreises begründet werden" stellt Martin Kütt, Vorsitzender des Gutachterausschusses, fest.

 

Die Preissteigerungen für Baugrundstücke um 10 % wurden zum Beispiel in den Städten Bad Honnef, Königs­winter und Troisdorf festgestellt. Und Bodenpreise jenseits der 350 Euro/m² Grundstücksfläche sind in städtischen Bereichen in guten Wohnlagen keine Seltenheit mehr. Auch bei den land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken konnten (teil­weise deutliche) Steigerungs­raten                             - insbesondere im linksrheinischen Kreisgebiet - gegenüber dem Vorjahr festgestellt werden. Landwirtschaftliche Flächen sind in Niederkassel bzw. Troisdorf sowie im gesamten linksrheinischen Kreisgebiet am teuersten.

 

Der Grundstücksmarktbericht und die aktuellen Bodenrichtwerte können ab sofort unter www.boris.nrw.de mittlerweile kostenfrei als Vollversion eingesehen und abgerufen werden – über eine App auch optimiert für Smartphones & Co. Zudem können dort auch Grundstücksmarktberichte vergangener Jahre einge­sehen werden.  

 

Die neuen Bodenrichtwertkarten liegen außerdem ab Mitte April in den Rathäusern der Städte und Gemeinden zur Einsichtnahme aus.

 

Fragen rund um den Grundstücksmarktbericht und den Gutachterausschuss beantwortet die Geschäfts­­stelle auch telefonisch unter 02241/13-2794 oder per Mail an gutachterausschuss@rhein-sieg-kreis.de. Weitere Informationen gibt es auch unter www.rhein-sieg-kreis.de/gutachterausschuss.

 

Hintergrundinformationen:

 

Der Grundstücks­marktbericht wird nunmehr seit 29 Jahren vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte herausgegeben und sorgt mit seinen Informa­tionen zum Preisniveau für Markttransparenz. Der Grundstücksmarktbericht wurde dabei kontinuierlich verbessert, die Statistiken immer detailreicher.  

 

Basis für die Auswertungen sind die Kaufverträge. Ob Übertragung von Grundeigentum, von Lasten und Rechten oder die Begründung von Erbbau­rechten - das Baugesetzbuch regelt, dass Kaufverträge und ähnliche, aber auch Enteignungs­beschlüsse etc. in Abschrift an den Gutachterausschuss gehen. Die in den Verträgen enthaltenen Grundstückstransaktionen werden anonymisiert in einer Datenbank erfasst. Diese "Kaufpreissammlung" bildet die Basis für die Auswertungen des Gutachter­ausschusses und seiner Geschäftsstelle.

 

Neben den allgemeinen statistischen Auswertungen kann der am Grundstücksmarkt Interessierte weitere Daten erhalten. So führt der Grundstücksmarktbericht z.B. auf, wie hoch die Durch­schnitts­preise für Ein- und Zweifamilienhäuser sind, bzw. was durchschnittlich für Eigentums­wohnungen - sortiert nach Baujahr und Wohnungsgröße - in den einzelnen Städten und Gemeinden des Rhein-Sieg-Kreises gezahlt wird.

 

 

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Erfahrungsbericht der Zentralen Vergabestelle 2017: Vergaben für Bauleistungen stetig gestiegen

30. Januar 2018

Rhein-Sieg-Kreis (hei) – Die zahlreichen Baumaßnahmen beim Rhein-Sieg-Kreis – rund um die Brandschutzsanierung im Siegburger Kreishaus, die Sanierung des Carl-Reuther-Berufskollegs sowie die Erweiterungen und Sanierungen an den kreiseigenen Förderschulen – haben sich in der Anzahl der Vergaben für Bauleistungen niedergeschlagen.
 
Dies geht aus dem Erfahrungsbericht der Zentralen Vergabestelle der Kreisverwaltung für das Jahr 2017 hervor, der jetzt dem Bau- und Vergabeausschuss vorgestellt wurde.
 
Waren es in 2016 noch insgesamt 76 Vergaben in dem Bereich wurden für 2017 101 Vergaben für Bauleistungen verzeichnet. Dabei folgen die Vergaben unterschiedlichen Kriterien, wie beispielsweise europaweiten, öffentlichen oder beschränkten Ausschreibungen oder freihändigen Vergaben. Zahlreiche Vorgaben und Regelungen müssen bei den Vergaben beachtet werden: so können sich beispielsweise Unternehmen mit Sitz in der EU um öffentliche Aufträge in anderen EU-Ländern bewerben, doch gelten ab einem bestimmtem Auftragsvolumen nicht mehr die nationalen Regelungen sondern das EU-Vergaberecht. 
 
Durch den "Dschungel" des Vergaberechts lotsen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zentralen Vergabestelle (ZVS) die Kolleginnen und Kollegen der Fachämter. Aufträge bis 500 Euro können von den Fachbereichen selbstständig erteilt werden.
 
Alle weiteren Vergaben, also die Beschaffung von sachlichen Mitteln und von Leistungen, werden durch die ZVS des Rhein-Sieg-Kreises durchgeführt. Auftragsvergaben ab einer Höhe von 40.000 Euro für Liefer- und Dienstleistungen beziehungsweise 50.000 Euro für Bauleistungen bedürfen vor Auftragserteilung der Zustimmung des Bau- und Vergabeausschusses des Rhein-Sieg-Kreises. 
 
Neben den Vergaben bei Bauleistungen wurden im abgelaufenen Jahr 276 Vergaben im Bereich der Dienst- und Lieferleistungen (2016: 291) getätigt. 139 Vergaben wurden federführend von den Fachämtern durchgeführt und von der ZVS begleitet.
 
"In 2018 wird es voraussichtlich im Zuge der Novellierung des Tariftreue- und Vergabegesetzes eine Vereinfachung im Vergaberecht geben", gibt Thomas Nitschke, Leiter des Amtes für Personal und Allgemeine Dienste, einen Ausblick auf das Vergabewesen.  

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„Unser Dorf hat Zukunft“ – Feierliche Siegerehrung

26. Januar 2018

 

Rhein-Sieg-Kreis (ke) – Als im Oktober letzten Jahres die Ergebnisse des 22. Kreiswettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" bekannt gegeben wurden, durfte zum ersten Mal gejubelt werden. 4 Mal Gold, 9 Mal Silber und 5 Mal Bronze lautete das Urteil der Jury, die die Dörfer anhand eines klar definierten Kriterienkatalogs bewertet hatten. Jetzt verlieh Landrat Sebastian Schuster gemeinsam mit Renate Becker-Steinhauer, Vorsitzende der Bewertungskommission, im Rahmen der feierlichen Siegerehrung die begehrten Urkunden und "Zuschüsse an die Dorfkasse" an die Dorfgemeinschaften.

 

"Mein besonderer Dank geht an die Bewohnerinnen und Bewohner der 18 Dörfer. Sie haben mit dieser Teilnahme, mit Ihrem persönlichen Mitwirken-Mitgestalten-Miteinander dazu beigetragen ‚ihre‘ Dörfer weiterzuentwickeln und zu stärken", sagte Landrat Sebastian Schuster und betonte: "In meinem Aufruf zur Teilnahme an diesem Wettbewerb habe ich schon festgestellt: Jedes Dorf, das sich am Wettbewerb beteiligt, ist bereits ein Gewinner."

 

Der Ort Lückert (Hennef) sicherte sich den Sieg in der Kategorie "Kleinere, dörflich geprägte Ortschaften, unter 300 Einwohner". Lückert wird den Rhein-Sieg-Kreis auch in diesem Jahr beim Landeswettbewerb vertreten. In der Sparte "Größere Ortschaften, dörflich geprägt, zwischen 300 und 1.000 Einwohner" gab es Gold für Dambroich (Hennef). Die Dorfgemeinschaft Dorf-/Berg-Seelscheid (Neunkirchen-Seelscheid) und der Heimatverein Happerschoß (Hennef) stellten die Goldsieger in der Sparte "Große Ortschaften, teilweise noch dörflich geprägt, zwischen 1.000 bis 3.000 Einwohner".

 

Gold-Dorf Lückert, süd-westlich der Stadt Hennef liegend, überzeugte die Jury nicht nur mit dem neuen, selbst errichteten Dorfgemeinschaftshaus, sondern insbesondere mit der starken Identifikation mit dem Ort. Der Hennefer Ortsteil Dambroich, ebenfalls mit Gold prämiert, überzeugte mit konkreten und erfolgreichen Bemühungen um regelmäßige Bürgerbeteiligung bei allen Projekten. Goldmedaillengewinner Dorf-/Berg-Seelscheid aus der Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid punktete mit dem von unterschiedlichen Vereinen und Organisationen getragenen dörflichen Leben und dem vollständig sanierten und gepflegten zentralen Ortskern. Mit Happerschoß kommt ein weiterer Goldsieger aus Hennef. Die geschichtsorientierte, sehr aktive Dorfgemeinschaft überzeugte u.a. mit der der erfolgreichen Zusammenarbeit und Vernetzung von 13 Vereinen unterschiedlicher Sparten, die das gesellschaftliche Leben gestalten.

 

Im Drei-Jahres-Turnus werden im Rhein-Sieg-Kreis zukunftsorientierte Ideen für die soziale, wirtschaftliche, kulturelle, bauliche und ökologische Ausrichtung eines Dorfes gesucht - mitmachen können alle Dörfer und Ortsteile mit maximal 3.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Ziel des Wettbewerbs ist es, zukunftsfähige Dorfstrukturen zu schaffen, die Lebensqualität zu steigern und Zukunftsperspektiven für den ländlichen Raum zu entwickeln. Denn das Leben in den Dörfern ist ein Stück Lebensqualität, das es langfristig zu sichern und zu steigern gilt. Der Wettbewerb zeigt den Entwicklungsstand in den jeweiligen Dörfern auf, schlägt Verbesserungen vor und stößt Entwicklungsimpulse an.

 

Insgesamt 15.000 Euro hatte der Rhein-Sieg-Kreis für den Wettbewerb 2017 für Preisgelder zur Verfügung gestellt. Davon wurden bereits am Bereisungstag 100 Euro je teilnehmendem Dorf als Startgeld überreicht. Die Goldmedaillengewinner erhalten außerdem jeweils 1.200 Euro, für die Silbermedaille bekommen die teilnehmenden Ortschaften 700 Euro, für Bronze gibt es 400 Euro. Durch Sponsorengelder der Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG) in Höhe von 3.000 Euro, der rhenag in Höhe von 2.000 Euro und der Kreissparkasse Köln (ebenfalls 2.000 Euro) war es möglich, alle 18 teilnehmenden Dörfer mit einem finanziellen Sonderpreis in Höhe von 380 Euro auszustatten.

 

 

 

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Landtagsbeschluss - neue Bauordnung aufgeschoben

16. Januar 2018

Rhein-Sieg-Kreis (db) – Das Bauaufsichtsamt des Rhein-Sieg-Kreises macht auf einen wichtigen Beschluss des nordrhein-westfälischen Landtags aufmerksam. Dieser betrifft unter anderem das sogenannte Freistellungsverfahren. Wenige Tage vor Inkrafttreten der unter der früheren Landesregierung beschlossenen Landesbauordnung hat der Landtag mehrheitlich einen Gesetzentwurf zur Änderung der Bauordnung angenommen und ihr Inkrafttreten bis zum 01. Januar 2019 aufgeschoben.

 

 

Durch diesen Beschluss bleibt die bisherige Bauordnung in ihren wesentlichen Teilen bis Ende 2018 gültig. "Für das Freistellungsverfahren bedeutet das, dass Bauherrinnen und Bauherren dieses noch ein weiteres Jahr in Anspruch nehmen können", sagt die Leiterin des Bauaufsichtsamtes der Rhein-Sieg-Kreises, Gundula Riesenbeck. Sofern sie gegenüber der Gemeinde erklären, sich an die Vorgaben des Bebauungsplans zu halten, erhalten sie im Gegenzug eine Freistellung vom Baugenehmigungsverfahren.

 

"Leider ist die Rechtslage für  Bauherrinnen und Bauherren, die zur Zeit ein solches Bauvorhaben planen und sich in den nächsten Monaten für das Freistellungsverfahren entscheiden, wie auch im vergangenen Jahr mit Unwägbarkeiten verbunden, insbesondere bei einer Verzögerung der Fertigstellung des Bauvorhabens", so Gundula Riesenbeck.

 

Das betreffende Gebäude sollte auf jeden Fall bis Jahresende fertiggestellt sein, da nicht sicher ist, dass das Freistellungsverfahren auch nach dem 01. Januar 2019 (flächendeckend) eine Option bleibt. Andernfalls müsste eine Baugenehmigung vorliegen. Geht es nach dem Referentenentwurf zur neuen Landesbauordnung, soll künftig jede Gemeinde selbst mittels Satzung regeln können, dass die Genehmigungsfreistellung auf ihrem Gemeindegebiet ganz oder teilweise zur Anwendung gelangt. "Das würde aber auch bedeuten", so Gundula Riesenbeck weiter, "dass in dem Fall, in dem eine Gemeinde davon keinen Gebrauch macht, dort der Grundsatz der Genehmigungspflicht gilt".

 

Wird der Gesetzentwurf übernommen, sind allein im Rhein-Sieg-Kreis 19 Städte und Gemeinden aufgerufen, über eine Satzungsregelung zu entscheiden.

 

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Wohnungsmarktanalyse für den Rhein-Sieg-Kreis liegt vor

14. November 2016

 

Ohne verstärkten Neubau werden sich Immobilienpreise und Mieten im Rhein-Sieg-Kreis weiter erhöhen - Wirtschaftswachstum und zunehmende Überschwappeffekte aus Bonn und Köln lassen den Wohnungsbaubedarf steigen

 

Kreissparkasse Köln/Rhein-Sieg-Kreis – Die vom empirica-Institut Bonn im Auftrag der Kreissparkasse Köln erstellte „Regionale Wohnraumbedarfsanalyse für den Rhein-Sieg-Kreis“ bescheinigt dem Kreis eine hohe Attraktivität als Wohnstandort wie auch als Wirtschaftsstandort; vorgestellt wurde sie jetzt vom stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse Köln, Josef Hastrich, Landrat Sebastian Schuster und Dr. Hermann Tengler, Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung und Strategische Kreisentwicklung.

 

Seit 2007 wächst die Beschäftigtenzahl im Rhein-Sieg-Kreis nahezu doppelt so stark wie im Durchschnitt Nordrhein-Westfalens. Die günstige Wirtschaftsstruktur und die guten Standortbedingungen lassen für die nächsten Jahre eine Fortsetzung der positiven wirtschaftlichen Entwicklung und der damit verbundenen Arbeitskräftenachfrage im Kreisgebiet erwarten.

 

Auch Bonn und Köln mit ihrem hohen Dienstleistungsanteil sind wirtschaftlich wachsende Städte, die in Zukunft zusätzliche Arbeitsplätze anbieten werden. Da die Wohnungsmärkte dort die zusätzlichen Arbeitskräfte vermutlich nicht alle werden aufnehmen können, wird ein immer größerer Teil der Wohnraumnachfrage unter anderem in den angrenzenden Rhein-Sieg-Kreis gehen.

 

Es sind also zwei Effekte, die die zukünftige Wohnraumnachfrage im Kreisgebiet bestimmen und diese verstärken: der zusätzliche Bedarf aus dem eigenen wirtschaftlichen Wachstum und die zunehmenden Überschwappeffekte aus Bonn und Köln.

 

Schon in der Vergangenheit hat der Wohnungsbau im Rhein-Sieg-Kreis mit der steigenden Nachfrage nicht Schritt gehalten. Als Folge davon sind die Kaufpreise für Immobilien und die Mieten spürbar gestiegen: die Kaufpreise für gebrauchte Ein- und Zweifamilienhäuser (EFZH) seit 2012 um 21 Prozent und für neue EFZH sogar um 24 Prozent, die Kaufpreise für gebrauchte Eigentumswohnungen um 30 Prozent und für neue um 23 Prozent, die Mieten für gebrauchte Wohnungen um 10 Prozent und für Neubauwohnungen um 14 Prozent.

 

Sollte die Bautätigkeit auch in Zukunft hinter der zu erwartenden expandierenden Nachfrage zurückbleiben, ist mit weiteren Kaufpreis- und Mietsteigerungen zu rechnen.

 

Die Studie macht allerdings auch deutlich, dass es einen einheitlichen Wohnungsmarkt in der Region nicht gibt. Es besteht vielmehr ein deutliches Preis- und Mietgebirge, das vom Gipfel Bonn ausgehend in alle Richtungen abfällt. Mit zunehmender Entfernung von Bonn sinken Preise und Mieten. Am niedrigsten sind sie am weit entfernten östlichen Rand des Kreisgebiets.

 

Die Gutachter unterscheiden den Wohnungsmarkt im Rhein-Sieg-Kreis in insgesamt vier Teilräume:

 

• das Zentrale Kreisgebiet entlang der Rheinschiene mit den Kommunen Alfter, Bornheim, Niederkassel, Siegburg, Sankt Augustin, Königswinter, Bad Honnef und Wachtberg; die mittleren Kaufpreise für EZFH liegen hier über 2.000 Euro/qm und die mittleren Mieten bei mehr als 7 Euro/qm;

• das Westliche Kreisgebiet mit Swisttal, Rheinbach und Meckenheim und Kaufpreisen von 1.500 bis 2.000 Euro/qm sowie Mieten von 6 bis 7 Euro/qm;

• das Östliche Kreisgebiet mit Lohmar, Neunkirchen-Seelscheid und Hennef mit ähnlichem Preisniveau wie im Westlichen Kreisgebiet und

• das Ländliche Kreisgebiet mit Much, Ruppichteroth, Eitorf und Windeck; die mittleren Kaufpreise liegen hier unter 1.500 Euro/qm und die mittleren Mieten unter 6 Euro/qm.

 

Zur Ermittlung des zukünftigen Neubaubedarfs bis zum Jahre 2030 werden in der Studie verschiedene Modellrechnungen durchgeführt. Damit wird der aktuell großen Unsicherheit über das Ausmaß der weiteren Zuwanderungen Rechnung getragen. Die Bandbreite, in der sich die Wohnungsnachfrage in den einzelnen Teilräumen entwickeln könnte, ist groß. Als derzeit wahrscheinlichster Entwicklungspfad wird ein sogenanntes „Trendszenario“ berechnet; seine wesentliche Annahmen bestehen darin, dass es sich bei dem Flüchtlingszustrom aus dem Jahre 2015 um einen weitgehend einmaligen Effekt handelt, aber die Überschwappeffekte aus Bonn und Köln zunehmen. Dies verstärkt die Wohnraumnachfrage vor allem im Zentralen Kreisgebiet (erster Ring), abgeschwächt auch im Westlichen und Östlichen Kreisgebiet (zweiter Ring), aber kaum noch  im Ländlichen Kreisgebiet.

 

Unter den gemachten Annahmen liegt die Neubaunachfrage im gesamten Rhein-Sieg-Kreis bis 2030 bei rd. 20.000 Wohneinheiten (WE) in EZFH. Hiervon entfallen knapp 12.000 WE (60 Prozent) auf das Zentrale, knapp 2.000 WE (10 Prozent) auf das Westliche, 4.000 (20 Prozent) auf das Östliche und gut 2.000 WE (10 Prozent) auf das Ländliche Kreisgebiet. An zentralen Standorten können eigenheimähnliche Qualitäten alternativ auch im Geschosswohnungsbau erreicht werden.

 

Für den Geschosswohnungsbau ergibt sich ein Neubaubedarf von rd. 10.000 WE bis 2030; davon partizipiert das Zentrale Kreisgebiet mit rd. 8.000 WE (80 Prozent) weit überproportional, gefolgt vom Östlichen Kreisgebiet (gut 1.000 WE, 10 Prozent) und dem Westlichen Kreisgebiet (knapp 1.000 WE, 10 Prozent) . Im Ländlichen Kreisgebiet gibt es nur noch vorübergehend einen leichten Neubaubedarf von Geschosswohnungen.

 

Die Wohnungsnachfrage aus dem Flüchtlingszustrom 2015 wird, wenn es bei dem Einmalereignis bleibt, vom Wohnungsmarkt leicht zu absorbieren sein: Bis zum Jahre 2030 wird die Zahl der EZFH-Nachfrage durch sie „nur“ um rd. 2.000 WE und die Zahl der Wohnungsnachfrage im Geschosswohnungsbau „nur“ um rd. 1.000 WE gestiegen sein.

 

Am stärksten ist die Neubaunachfrage mit jährlich 1.580 WE in EZFH und 920 WE in Mehrfamilienhäusern in den nächsten fünf Jahren; gegenüber der Bauleistung in den vergangenen Jahren bedeutet dies eine Steigerung um rd. 50 Prozent. Hintergrund ist zum einen die Erstversorgung der in 2015 gekommenen Flüchtlinge, die bisher noch keine eigene Wohnung haben. Zum anderen schwächt sich in den nachfolgenden Jahren der Neubaudruck ab, wenn durch die demografische Entwicklung verstärkt Wohnungen von Älteren auf den Markt kommen und diese auch wiedergenutzt werden (statt neue zu bauen). Ein Teil der EZFH-Neubaunachfrage könnte bis 2030 durch attraktiven, hochwertigen, seniorengerechten Geschosswohnungsbau ersetzt werden, soweit dies Babyboomer nach ihrer Familienphase zu einem frühzeitigen Umzug aus ihrem Eigenheim animiert.

 

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Köln Josef Hastrich bewertet das Gutachten als einen „Beleg für die Attraktivität, die der Rhein-Sieg-Kreis als Wohn- und Wirtschaftsstandort aufweist.“ Die Studie mache zugleich deutlich, über welches Steigerungspotenzial und welchen Steigerungsbedarf der Wohnungsbau im Kreisgebiet verfüge.

 

Landrat Sebastian Schuster dankte der Kreissparkasse für die Beauftragung der Studie und den Gutachtern für die geleistete Arbeit. „Das Gutachten liefert wichtige Erkenntnisse zur richtigen Zeit“, so der Landrat in einer ersten Stellungnahme. Für die Städte und Gemeinden des Rhein-Sieg-Kreises, denen die Studie nun unmittelbar zugeleitet werde, seien die Ergebnisse eine wertvolle Orientierung für ihre zukünftige Wohnungsmarktpolitik.

 

Für Kreiswirtschaftsförderer Dr. Hermann Tengler, der die Erstellung des Gutachtens koordiniert hatte, „ist die nachfragegerechte Bereitstellung von Wohnraum eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass sich der Rhein-Sieg-Kreis weiterhin positiv entwickelt. Gerade im demografischen Wandel und dem damit einhergehenden Fachkräftemangel wird die Fähigkeit einer Region, junge und qualifizierte Menschen anzuziehen und dauerhaft zu binden, zu einem Schlüsselfaktor für ihre Entwicklung.“

 

Die Studie ist als Download abrufbar unter:

http://www.rhein-sieg-kreis.de/cms100/wirtschaft/veroeffentlichungen/

 

 

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Jammern baut keine Häuser- Regionalkonferenz zum Thema "Wohnungsbau und Raumentwicklung"

27. Juni 2016

 

Rhein-Sieg-Kreis (ke) – „Jammern baut keine Häuser und Wohnungen…was jetzt zu tun ist!“ so titelte jüngst  der Berliner Tagesspiegel und so hätte auch das Motto der ersten von sechs Regionalkonferenzen zum Thema „Wohnungsbau und Raumentwicklung“ lauten können, die jetzt in der Stadthalle Troisdorf mit rund einhundert Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der Region Bonn/Rhein-Sieg stattfand. Unter ihnen waren zahlreiche Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, kommunale Planerinnen und Planer, Verkehrsunternehmen und hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der Landesregierungen aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

 

Eingeladen hatten das Bauministerium NRW, dessen Delegation von Staatssekretär Michael von der Mühlen angeführt wurde, gemeinsam mit dem „Regionalen Arbeitskreis“ (: rak) aus der Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler und dem Verein Region Köln/Bonn e.V., dessen Vorstandsmitglied Dr. Reimar Molitor auch einer der Vortragsredner war.

 

Landrat Sebastian Schuster und der Troisdorfer Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski begrüßten die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer. Der Rhein-Sieg-Kreis hat vor Kurzem eine Studie zum Wohnungsbaubedarf in Auftrag gegeben, sie wird die Grundlage für ein Handlungskonzept bilden, das später gemeinsam mit der Stadt Bonn umgesetzt werden soll. „Die Entwicklung unserer Bevölkerung und ihre Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum stellt uns vor große Herausforderungen. Die verschiedenen Planungsstufen – vom Landesentwicklungsplan bis zum Bebauungsplan – müssen Wohnen, Mobilität und Arbeit integrieren. Deshalb hoffe ich, dass hier heute auch weiterführende Verabredungen der Akteure getroffen werden können“, betonte Landrat Sebastian Schuster.

 

Wie der Bedarf an „leistbarem“ Geschosswohnungsbau gedeckt werden kann, und zwar auf Flächen mit einer guten Verkehrserschließung durch den öffentlichen Personennahverkehr, darüber diskutierten die Fachleute bis in den frühen Abend. In diesem „Konzert“ gibt es viele Verantwortliche und Planungsstufen. Der Regionalplan, den die Bezirksregierung demnächst neu erarbeitet, setzt den Rahmen für die kommunale Bauleitplanung. Sein Verfahren ist mit sechs Jahren aber viel zu zeitaufwändig, um hier rasche Lösungen zu versprechen.

 

Die Städte und Gemeinden werden daher zunächst alle Reserven ausschöpfen und im Bedarfsfall Regionalplanänderungsverfahren anstoßen.  Die Bezirksregierung hat versprochen, dabei zügig mitzuwirken. Ohne private und öffentliche Investoren ist aber all dies nichts, und deshalb stellte Staatssekretär von der Mühlen auch die Förderinstrumente und die Unterstützungsleistungen seines Ministeriums in den Vordergrund seines Vortrags. Er kündigte die deutliche Erhöhung der Wohnungsbauförderungsmittel an.

 

Die Entwicklung gemeinsamer Siedlungsstrategien zwischen Kernstädten und Umland ist auch für Dr. Reimar Molitor mit seinem „Agglomerationskonzept“ ein dringendes Anliegen, das entlang der Verkehrsachsen umgesetzt werden muss. Dr. Mehmet Sarikaya, Leiter des Amtes für Kreisentwicklung und Mobilität des Rhein-Sieg-Kreises, wies darauf hin, dass sich der Kreis an dem Landeswettbewerb StadtUmland.NRW beteiligen werde, bei dem der Wohnungsbau eine zentrale Bedeutung haben werde.

 

Bei diesen vielschichtigen Planungsprozessen müssen dann auch die Bürger und die Politik nicht nur „mitgenommen“, sondern überzeugt werden. Das gelingt aber nur, wenn der planerische Sachverstand nicht weggespart wird und die „Bauherrenfähigkeit“ der Kommunen erhalten bleibt. Dazu kommt das notwendige Stehvermögen, das Bürgermeister Stefan Raetz, Bürgermeister der Stadt Rheinbach und zugleich Sprecher der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Rhein-Sieg-Kreis, einforderte: „Wir müssen in den Verfahren bei Gegenwind auch durchhalten können!“

 

Die Regionalkonferenz „Wohnungsbau und Raumentwicklung“

 

Die Regionalkonferenz ist Teil der Wohnungsbauoffensive des Landes Nordrhein-Westfalen, mit der Flächen für den Wohnungsbau mobilisiert werden sollen. Weil der hohe Bedarf infolge des demographischen Wandels und durch den Zuzug von Flüchtlingen nicht überall auf den Bauflächen im jeweiligen Stadtgebiet gedeckt werden kann, sollen regionale Kooperationen zwischen den Kernstädten und dem Umland angestoßen werden. Nach einer vom Bauministerium vorgestellten Modellrechnung bis 2020 wird es auch nach Nutzung des Leerstands landesweit eine Wohnungsneubaunachfrage von rd. 280.000 Wohnungen geben. Für die Region Bonn / Rhein-Sieg, die bekanntlich eine der wenigen Wachstumsregionen ist, wird bis 2020 eine Neubaunachfrage  je nach Verteilung von 23.500 bis 26.700 neuen Wohnungen bestehen.

 

Dieser Meldung ist ein Medium zugeordnet:

 

Regionalkonferenz zum Thema "Wohnungsbau und Raumentwicklung"

http://www.presse-service.de/medienarchiv.cfm?medien_id=163578

 

 

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Grundstücksmarktbericht 2015

Ergebnisse und Folgen  

 

Pressemitteilung von Montag, 18. April 2016, Rhein-Sieg-Kreis

 

Rhein-Sieg-Kreis (rl) – Er ist gespickt voll mit Informationen rund um die Preisentwicklung von Grundstücken, Häusern und Wohnungen im Rhein-Sieg-Kreis – der Grundstücksmarktbericht 2015. Auf 108 Seiten finden Leserinnen und Leser Wissenswertes über den Immobilienmarkt im Rhein-Sieg-Kreis und seine Entwicklung in den letzten Jahren. Vorgestellt wurde er jetzt im Siegburger Kreishaus.

 

Und was sagt er aus, der Grundstücksmarktbericht, der vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Rhein-Sieg-Kreis und der Stadt Troisdorf herausgegeben wird? Im Jahr 2015 sind im Kreisgebiet 7.700 Immobilien im Wert von insgesamt 1,35 Mrd. € verkauft worden – das höchste Investitionsvolumen seit Einführung der Statistik im Jahr 1990. „Immobilien stellen im Rhein-Sieg-Kreis insgesamt eine gute Investition dar – ihre Durchschnittspreise variieren jedoch sehr stark je nach Kommune“, erläutert Martin Kütt, Vorsitzender des Gutachterausschusses. Zahlt man für ein freistehendes Einfamilienhaus in Eitorf oder Windeck durchschnittlich  weniger als 160.000,- €, so muss man als Käufer in Sankt Augustin oder Bornheim mit durchschnittlich mehr als 300.000,- € rechnen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Doppelhäusern oder Reihenmittelhäusern: In Städten wie Bad Honnef, Niederkassel oder Siegburg muss man weitaus tiefer in die Tasche greifen als im ländlichen Raum.

 

Kreiswirtschaftsförderer Dr. Hermann Tengler und Kreisplanungsdezernent Michael Jaeger stellten darauf zu Recht die Frage, ob die Preisunterschiede auch tatsächlich die Standortqualitäten realistisch wiederspiegeln. „Das ist sicher nicht der Fall und wird in der Art auch keinen Bestand haben“, sind sich beide einig. „Denn Wohnraum ist nur begrenzt vermehrbar und deshalb werden die Menschen ins Umland ziehen müssen.“ Aber auch das bedeutet keine immensen qualitativen Einbußen, denn der ländliche Raum verfügt über eine sehr gute Infrastruktur: ob bei Verkehrsanbindungen, Bildung, allgemeiner Daseinsvorsorge oder Kultur.

 

„Manchmal muss man seinen Blickwinkel einfach etwas erweitern“, so die beiden Experten aus dem Siegburger Kreishaus.

Ergebnisse des Grundstücksmarktberichtes 2016

Basis für die Auswertungen sind die Kaufverträge. Ob Übertragung von Grundeigentum, von Lasten und Rechten oder die Begründung von Erbbaurechten - das Baugesetzbuch regelt, dass Kaufverträge u.ä., aber auch Enteignungsbeschlüsse etc. in Abschrift an den Gutachterausschuss gehen. Die in den Verträgen enthaltenen Grundstückstransaktionen werden anonymisiert in einer Datenbank erfasst. Diese „Kaufpreissammlung“ bildet die Basis für die Auswertungen des Gutachterausschusses und seiner Geschäftsstelle.

 

Neben den allgemeinen Statistischen Auswertungen kann der am Grundstücksmarkt Interessierte weitere Daten erhalten. So führt der Grundstücksmarktbericht z.B. auf, wie hoch die Durchschnittspreise für Ein- und Zweifamilienhäuser sind, bzw. was durchschnittlich für Eigentumswohnungen - sortiert nach Baujahr und Wohnungsgröße - in den einzelnen Städten und Gemeinden des Rhein-Sieg-Kreises gezahlt wird. Der mittlere Kaufpreis für ein freistehendes Einfamilienhaus beträgt z.B. rund 250.000 € mit einer mittleren Spanne von 120.000 € in den ländlichen und über 300.000 € in den städtischen Bereichen. Eine Eigentumswohnung mit einer Größe von 70 – 90 m² und einem Baujahr ab 2010 ist beispielsweise im Rhein-Sieg-Kreis durchschnittlich für 2.700 €/m² Wohnfläche zu haben, maximal werden in diesem Marktsegment über 4.200 €/m² Wohnfläche gezahlt.  

 

Der Grundstücksmarktbericht enthält auch die jährlich neu ermittelten Bodenrichtwertübersichten für alle 19 kreisangehörigen Städte und Gemeinden, diesmal zum Stichtag 1. Januar 2016. Das Fazit: Am günstigen kann man in Windeck Grund und Boden erwerben, am tiefsten müssen Interessentinnen und Interessenten in Bad Honnef, Siegburg und Niederkassel „in die Tasche greifen“. Landwirtschaftliche Flächen sind in Niederkassel bzw. Troisdorf sowie im gesamten linksrheinischen Kreisgebiet am teuersten.

 

Auch die Preise für unbebaute Baulandgrundstücke steigen weiter. Im Berichtsjahr 2015 ergab sich bezogen auf den gesamten Rhein-Sieg-Kreis erneut eine Preissteigerung gegenüber 2014 von ca. 1,7 Prozent, wobei es regional gesehen Unterschiede gibt. Durchschnittliche Steigerungsraten von 0 Prozent bis über 5 Prozent sind in den einzelnen Regionen des Rhein-Sieg-Kreises festzustellen. Auch bei den land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken konnten (teilweise deutliche) Steigerungsraten - insbesondere im linksrheinischen Kreisgebiet - gegenüber dem Vorjahr festgestellt werden.

 

Der Grundstücksmarktbericht und die aktuellen Bodenrichtwerte können unter www.boris.nrw.de eingesehen und abgerufen werden – über eine App auch optimiert für Smartphones & Co. Der Grundstücksmarktbericht ist ab sofort für jedermann auf der oben genannten Homepage kostenfrei als Vollversion zugänglich. Zudem können dort auch Grundstücksmarktberichte vergangener Jahre eingesehen werden. 

Die neuen Bodenrichtwertkarten liegen außerdem ab Mitte April in den Rathäusern der Städte und Gemeinden zur Einsichtnahme aus.

Fragen rund um den Grundstücksmarktbericht und den Gutachterausschuss beantwortet die Geschäftsstelle auch telefonisch unter der Rufnummer 02241/13-2794 oder per Mail an gutachterausschuss@rhein-sieg-kreis.de. Weitere Informationen gibt es auch unter www.rhein-sieg-kreis.de/gutachterausschuss.

 

 

Kontaktdaten:

Rhein-Sieg-Kreis

Pressestelle

Tel. (02241) 13 - 2966 / -2967 / -2219

E-Mail: pressestelle@rhein-sieg-kreis.de

 

Jahresbericht des Rhein-Sieg-Kreises:

Vom Pferdeunterstand bis zum Einkaufszentrum – die Aufgaben des Bauaufsichtsamtes

Pressemitteilung von Montag, 18. Januar 2016

Rhein-Sieg-Kreis

 

Rhein-Sieg-Kreis (rl) – Wer glaubt, das Bauaufsichtsamt kümmere sich nur um die Genehmigung von Ein- und Zweifamilienhäusern, der hat sich gründlich geirrt. Die Bandbreite der sog. „Unteren Bauaufsicht“, die die Baugenehmigungen ausspricht, ist enorm. Vom einfachen Pferdeunterstand bis hin zu Stallanlagen für mehrere hundert Tiere, vom Einfamilienhaus über die mehrgeschossige Seniorenresidenz bis hin zum großflächigen Einkaufszentrum, auch Werbeanlagen an Bundesstraßen – der Vielfalt der Arbeiten sind kaum Grenzen gesetzt. Dass dadurch auch an die Fachlichkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter höchste Anforderungen gestellt sind, ist nicht verwunderlich.

 

„Noch vor wenigen Jahren haben sich Fragen des baulichen Brandschutzes, der Barrierefreiheit oder auch der Energieeinsparung in dieser Intensität nicht gestellt“, erläutert Gundula Riesenbeck, Leiterin des Bauaufsichtsamtes des Rhein-Sieg-Kreises. Der Gesetzgeber habe hier vor dem Hintergrund der Großschadensereignisse wie dem Düsseldorfer Flughafenbrand, angesichts der Wohnbedürfnisse eines größer werdenden Anteils von Älteren und Menschen mit Behinderung und schließlich auch aus Gründen des Klimaschutzes eine Vielzahl baulicher Vorgaben geschaffen, die beachtet und umgesetzt werden müssten.

 

Das Bauaufsichtsamt des Rhein-Sieg-Kreises ist zuständig für die Gemeinden Alfter, Swisttal und Wachtberg im linksrheinischen sowie Eitorf, Much, Neunkirchen-Seelscheid, Ruppichteroth und Windeck im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis und somit Ansprechpartner für mehr als 140.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Aber auch Unternehmen, die hier gewerbliche Objekte realisieren wollen, und Gemeinden, die derzeit Flüchtlingsunterkünfte errichten bzw. vorhandene Gebäude einer genehmigungspflichtigen Nutzungsänderung unterziehen müssen, erhalten hier Rat und Hilfe. Im Jahr 2015 sind beim Bauaufsichtsamt des Rhein-Sieg-Kreises insgesamt 1.517 Anträge eingegangen – 7 % mehr als im Vorjahr.

 

„Nicht selten benötigen wir ein richtig „dickes Fell““, so Gerald Paffenholz, Abteilungsleiter der unteren Bauaufsichtsbehörde. Denn die Bauherren, die nachvollziehbar auf eine rasche Entscheidung der Behörde drängten, hätten oftmals kein Verständnis dafür, dass vor einer Entscheidung Stellungnahmen anderer Behörden oder Sachverständiger eingeholt werden müssten, was ein Verfahren natürlich verlängere. Oft ist es aber auch so, dass die Planungsunterlagen der Bauherren nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. „Dann muss nachgebessert werden“, so Paffenholz weiter. Dabei setzt die Behörde auch auf zügige Ergänzung der Unterlagen durch die Antragstellerinnen und -steller, wodurch lange Bearbeitungszeiten vermieden werden können.

 

 

 

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